FRIKADELLI RACING

Bei den Zuschauern entlang der Nordschleife genießt die „schnellste Frikadelle der Welt“ längst Kultstatus: Der Frikadelli-Porsche gehört seit mehr als zehn Jahren zu den Aushängeschildern der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Auch das Team erfreut sich großer Sympathie – zum Beispiel, weil in Person der immer strahlend gut gelaunten Sabine Schmitz eine echte Eifelanerin mit Feuereifer am Lenkrad kurbelt. Und weil sich das Team die Freude am Motorsport bewahrt. Allem sportlichen Ehrgeiz zum Trotz: So bierernst wie bei anderen geht es bei Frikadelli Racing eigentlich nie zu – vermutlich passen sie auch deshalb so gut zu Sponsorpartner Früh Kölsch…

Die Geschichte von Frikadelli Racing beginnt im Jahr 2005. Klaus Abbelen, erfolgreicher Unternehmer aus Tönisvorst, war in den Jahren zuvor mit verschiedenen Teams auf internationaler Ebene unterwegs. Oftmals endeten die Rennen aber mit einem technischen Defekt vorzeitig. Der Gedanke, es selbst – und besser! – zu machen, reifte schnell. In seiner Lebensgefährtin Sabine Schmitz fand Klaus die kongeniale Partnerin für die Neugründung in Barweiler, das nur einen Steinwurf von der Nordschleife entfernt liegt. Und da kaum ein anderer Motorsportler die „Grüne Hölle“ so gut kennen dürfte wie die zweimalige Gewinnerin der 24 Stunden Nürburgring lag auch das neue Hauptbetätigungsfeld schnell auf der Hand: die VLN.

Die Namensgebung für das neue Team war ebenfalls schnell abgeschlossen: Das Lebensmittelunternehmen von Klaus Abbelen produziert und vertreibt Fleischwaren unter dem Markennamen „Frikadelli“. Klar, dass die überlebensgroße Abbildung einer Frikadelle auf der Flanke den eigenen Rennwagen einen Wiedererkennungswert der besonderen Art verlieh.

Das junge Team stand schnell auf eigenen Füßen und etablierte sich in kürzester Zeit an der Spitze der VLN – bereits bei seinem dritten und vierten Start in der Langstreckenmeisterschaft fuhr der „Frikadelli“-Porsche jeweils auf Platz vier vor. 2010 stockte die Mannschaft von Klaus und Sabine kräftig auf und bezog in Barweiler einen hochmodernen, großzügig angelegten neuen Workshop. Auf 1.800 Quadratmetern verfügt das zweistöckige Gebäude über eine komplett ausgestattete Werkstatt inklusive eigenem Rollenprüfstand. Hier werden zeitgleich bis zu fünf Rennfahrzeuge für ihre Einsätze auf der Nordschleife vorbereitet. Damit ist Frikadelli Racing für die Zukunft gerüstet und der wichtige Schritt hin zu einem durchweg professionellen Rennstall mit entsprechender Infrastruktur geschafft – was sich auch in den fünf Gesamtsiegen widerspiegelt, die Frikadelli in der VLN bis heute eingefahren hat.

Anfang 2016 wagte Frikadelli Racing erstmals den Sprung ins Ausland. Mit einem der ersten 911 GT3 R auf Basis der Modellreihe 991, den Porsche an Privatkunden ausgeliefert hat, gingen die Eifelaner bei den 24 Stunden von Daytona in Florida an den Start – ein Abenteuer, von dem Teamchef Klaus Abbelen seit 15 Jahren geträumt hat, und das nicht das letzte für den Rennstall bleiben muss…

2017 schließlich folgt ein weiterer wichtiger Schritt und auch eine Neuausrichtung der Konzeption: Das Team setzt fortan zwei Porsche 911 GT3 R ein. Die altbekannte „Frikadelle“ mit der Startnummer 30 teilen sich weiterhin Sabine Schmitz und Klaus Abbelen. In der Langstreckenmeisterschaft werden sie unterstützt von Andreas Ziegler aus Sinzig, für das 24-Stunden-Rennen kommt mit Alex Müller ein Profi hinzu. Das Ziel sind Topplatzierungen in der neuen „Pro-Am“-Wertung. Der zweite Neunelfer trägt die Startnummer 31, er ist für reine Profis reserviert wie Frikadelli-Stammpilot Norbert Siedler. Beim 24-Stunden-Klassiker teilt sich der Österreicher das Auto mit Porsche-Werksfahrer Michael Christensen (DK), dem ehemaligen FIA GT1-Weltmeister und sechsfachen American Le Mans Series-Champion Lucas Luhr sowie seinem Landsmann Klaus Bachler. Ihre Aufgabe: Sie sollen nach Möglichkeit um Gesamtsiege kämpfen.